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Azure Kosten senken
Mit Reservations, Savings Plans und Hybrid Benefit Einsparpotenziale nutzen

Azure Kosten senken
Mit Reservations, Savings Plans und Hybrid Benefit Einsparpotenziale nutzen

Die Flexibilität von Microsoft Azure ist einer der großen Vorteile: Ressourcen lassen sich innerhalb kurzer Zeit bereitstellen, skalieren und wieder abschalten. Diese Flexibilität hat jedoch ihren Preis. Wer dauerhaft benötigte Azure-Ressourcen ausschließlich zu Pay-as-you-go-Konditionen betreibt, nutzt mögliche Kostenvorteile häufig nicht vollständig aus.

Mit Azure Reservations, Azure Savings Plans und dem Azure Hybrid Benefit bietet Microsoft verschiedene Möglichkeiten, die laufenden Azure-Kosten zu reduzieren. Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst viele Rabatte zu nutzen. Vielmehr kommt es darauf an, für den jeweiligen Workload das passende Modell und die richtige Größenordnung zu finden.

Eine nachhaltige Azure-Kostenoptimierung beginnt deshalb immer mit einer Frage:

Welche Ressourcen benötigen wir tatsächlich und welcher Teil unseres Verbrauchs ist langfristig planbar?

Drei unterschiedliche Hebel zur Senkung der Azure-Kosten

Reservations, Savings Plans und Azure Hybrid Benefit verfolgen unterschiedliche Ansätze.

Azure Hybrid Benefit nutzt bereits vorhandene, qualifizierende Microsoft-Lizenzrechte.

Azure Reservations bieten Preisvorteile für langfristig planbare und stabile Workloads.

Azure Savings Plans ermöglichen ebenfalls günstigere Konditionen durch ein längerfristiges Commitment, bieten dabei aber mehr Flexibilität hinsichtlich der tatsächlich genutzten Compute-Ressourcen.

Reservations und Savings Plans werden mit Laufzeiten von einem oder drei Jahren angeboten. Microsoft empfiehlt Reservations vor allem für kontinuierlich laufende, sehr stabile Workloads und Savings Plans für dynamischere Umgebungen, in denen sich beispielsweise Instanzfamilien, Compute-Dienste oder Azure-Regionen verändern können.

Azure Hybrid Benefit: Vorhandene Lizenzinvestitionen nutzen

Bevor neue Commitments eingegangen werden, lohnt sich zunächst der Blick auf bereits vorhandene Microsoft-Lizenzen.

Mit dem Azure Hybrid Benefit können Unternehmen bestimmte bestehende Lizenzrechte auch für Workloads in Azure einsetzen. Das betrifft insbesondere entsprechende Windows Server- und SQL Server-Lizenzen.

Der große Unterschied zu Reservations und Savings Plans: Die Kostenreduzierung entsteht hier nicht durch eine neue zeitliche Verpflichtung, sondern durch die Nutzung bereits vorhandener Lizenzrechte.

Gerade für Unternehmen, die aus einer klassischen On-Premises-Infrastruktur in die Cloud migrieren oder hybride Umgebungen betreiben, kann dies einen wichtigen Beitrag zur Kostenoptimierung leisten.

Azure Hybrid Benefit sollte deshalb bei einer Kostenanalyse nicht isoliert betrachtet werden. Microsoft führt Hybrid Benefit, Reservations und Savings Plans gemeinsam als Möglichkeiten zur Rate Optimization innerhalb der Azure-Kostenoptimierung.

Azure Reservations: Hohe Einsparungen für planbare Workloads

Viele Azure-Umgebungen enthalten Ressourcen, deren Nutzung sich über längere Zeit kaum verändert.

Ein typisches Beispiel sind virtuelle Maschinen, die für zentrale Anwendungen benötigt werden und dauerhaft betrieben werden. Für solche stabilen Workloads können Azure Reservations interessant sein.

Bei einer Reservation wird eine längerfristige Verpflichtung für eine bestimmte Ressourcenkonfiguration beziehungsweise Kategorie eingegangen. Bei Compute Reservations spielen unter anderem Instanztyp beziehungsweise Instanzfamilie und Azure-Region eine Rolle. Der Preisvorteil wird anschließend automatisch auf passende Nutzung angewendet.

Microsoft empfiehlt Reservations deshalb insbesondere für kontinuierlich laufende und sehr stabile Workloads, bei denen keine größeren Änderungen hinsichtlich Instanztyp, Instanzfamilie oder Region zu erwarten sind. Bei vollständiger Nutzung bieten Reservations gegenüber Savings Plans grundsätzlich das größere Einsparpotenzial.

Wichtig dabei:

Eine Reservation ist primär ein Abrechnungsmodell und bedeutet nicht, dass die vorhandene Azure-Ressource neu bereitgestellt werden muss.

Azure Savings Plans: Sparen und gleichzeitig flexibel bleiben

Nicht jeder langfristig vorhandene Azure-Verbrauch ist technisch konstant.

Anwendungen werden modernisiert, virtuelle Maschinen verändern ihre Größe, Workloads wechseln zwischen unterschiedlichen Compute-Diensten oder werden in eine andere Azure-Region verschoben.

Hier setzen Azure Savings Plans an.

Statt eine konkrete Ressourcenkonfiguration zu reservieren, verpflichtet sich das Unternehmen zu einem bestimmten Ausgabenbetrag pro Stunde für berechtigte Azure-Dienste. Savings Plans sind mit einer Laufzeit von einem oder drei Jahren verfügbar.

Beim Savings Plan for Compute kann der Preisvorteil unter anderem auf verschiedene berechtigte Compute-Dienste angewendet werden. Dazu gehören beispielsweise Azure Virtual Machines, Azure App Service, Azure Functions Premium, Azure Container Instances, Azure Dedicated Host und Azure Container Apps.

Der Vorteil liegt vor allem in der Flexibilität: Savings Plans eignen sich besonders für Workloads, die zwar dauerhaft vorhanden sind, deren konkrete technische Ausprägung sich aber verändern kann. Microsoft beschreibt Savings Plans deshalb speziell als Option für dynamische beziehungsweise sich weiterentwickelnde Workloads.

Reservation oder Savings Plan?

Eine vereinfachte Faustregel lautet:

Stabiler und langfristig vorhersehbarer Workload → Reservation

Dauerhafter, aber technisch flexibler oder dynamischer Workload → Savings Plan

Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung sollte daher nicht allein anhand des maximal möglichen Rabatts getroffen werden.

Eine Reservation kann wirtschaftlich attraktiver sein, wenn eine bestimmte Ressource über einen langen Zeitraum sicher benötigt wird. Ein Savings Plan kann dagegen die bessere Wahl sein, wenn zwar mit dauerhaftem Compute-Verbrauch gerechnet wird, sich dessen technische Verteilung aber verändern kann.

Microsoft empfiehlt entsprechend Reservations für sehr stabile Workloads und Savings Plans insbesondere dann, wenn unterschiedliche Instanzfamilien, Compute-Dienste oder Regionen genutzt werden beziehungsweise sich diese im Laufe der Zeit verändern können.

Die beste Strategie kann eine Kombination sein

In der Praxis besteht eine Azure-Umgebung selten ausschließlich aus stabilen oder ausschließlich aus dynamischen Workloads.

Ein Teil des Verbrauchs bildet häufig einen relativ konstanten Grundbedarf. Darüber hinaus gibt es Ressourcen, deren Nutzung zwar dauerhaft vorhanden ist, deren technische Ausprägung jedoch variiert. Hinzu kommen Lastspitzen und kurzfristige Anforderungen.

Deshalb kann eine Kombination verschiedener Optimierungsmodelle sinnvoll sein:

Azure Hybrid Benefit
Vorhandene Lizenzrechte ausschöpfen

↓

Azure Reservations
Stabilen und langfristig planbaren Grundbedarf günstiger abdecken

↓

Azure Savings Plans
Dauerhaften, aber flexibleren Compute-Verbrauch optimieren

↓

Pay-as-you-go
Unvorhersehbare Anforderungen und Verbrauchsspitzen flexibel abdecken

Dabei gilt jedoch: Das Ziel ist nicht, möglichst viel Verbrauch in langfristige Commitments zu überführen.

Entscheidend ist, nur den Anteil abzudecken, bei dem mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich eine entsprechende Nutzung vorhanden sein wird.

Erst optimieren, dann reservieren

Einer der häufigsten Fehler bei der Azure-Kostenoptimierung besteht darin, ausschließlich auf günstigere Einkaufskonditionen zu schauen.

Eine überdimensionierte virtuelle Maschine wird durch eine Reservation zwar günstiger. Sie bleibt aber überdimensioniert.

Microsoft empfiehlt deshalb ausdrücklich, zunächst ungenutzte beziehungsweise überdimensionierte Ressourcen zu beseitigen oder korrekt zu dimensionieren, bevor neue Reservations oder Savings Plans erworben werden. Vereinfacht gesagt: Ein Rabatt reduziert den Preis, aber nicht die Verschwendung.

Eine nachhaltige Azure-Kostenoptimierung sollte deshalb in mehreren Schritten erfolgen:

  1. Azure-Verbrauch und Kosten transparent machen
  2. ungenutzte Ressourcen identifizieren und entfernen
  3. überdimensionierte Ressourcen auf den tatsächlichen Bedarf anpassen
  4. vorhandene Lizenzrechte und Azure Hybrid Benefit prüfen
  5. stabilen Grundbedarf identifizieren und Reservations bewerten
  6. flexibleren Dauerverbrauch über Savings Plans optimieren
  7. verbleibende variable Nutzung weiterhin nach Bedarf abrechnen
  8. Auslastung, Commitments und Einsparungen kontinuierlich überwachen

Auch das Azure Cost Optimization Workbook verfolgt diesen ganzheitlichen Ansatz und kombiniert unter anderem Empfehlungen zu ungenutzten Ressourcen mit Azure Reservations, Savings Plans und Azure Hybrid Benefit.

Vorsicht vor zu großen Commitments

Reservations und Savings Plans können erhebliche Kostenvorteile ermöglichen. Gleichzeitig entsteht aber ein wirtschaftliches Risiko, wenn der zukünftige Verbrauch überschätzt wird.

Bei einem Savings Plan wird das vereinbarte Commitment stundenweise betrachtet. Nicht genutztes Commitment einer Stunde wird nicht in die nächste Stunde übertragen. Ist das Commitment für eine Stunde ausgeschöpft, wird darüber hinausgehende Nutzung wieder zu den regulären Pay-as-you-go-Konditionen abgerechnet.

Auch bei Reservations sollte die tatsächliche Auslastung regelmäßig betrachtet werden. Azure kann nicht genutzte Anteile einer Reservation in der amortisierten Kostenbetrachtung entsprechend als ungenutzte Reservation ausweisen.

Deshalb ist nicht die theoretisch maximal mögliche Ersparnis entscheidend, sondern die tatsächlich realisierte Einsparung über die gesamte Laufzeit.

Ein konservativ kalkuliertes Commitment mit dauerhaft hoher Auslastung kann wirtschaftlich sinnvoller sein als ein größeres Commitment, das nur aufgrund eines attraktiveren theoretischen Einsparpotenzials abgeschlossen wurde.

Azure-Kostenoptimierung ist ein kontinuierlicher Prozess

Die Optimierung ist mit dem Abschluss einer Reservation oder eines Savings Plans nicht beendet.

Azure-Umgebungen verändern sich kontinuierlich. Projekte enden, Anwendungen werden modernisiert, virtuelle Maschinen werden skaliert, neue Cloud Services kommen hinzu und bestehende Ressourcen werden möglicherweise nicht mehr benötigt.

Deshalb sollten Unternehmen regelmäßig prüfen:

  • Wie hoch ist die tatsächliche Auslastung unserer Reservations?
  • Nutzen wir unsere Savings-Plan-Commitments vollständig?
  • Gibt es zusätzliche Ressourcen, für die Azure Hybrid Benefit genutzt werden kann?
  • Sind vorhandene Ressourcen noch richtig dimensioniert?
  • Gibt es inzwischen neue stabile Workloads, die für ein Commitment geeignet sind?
  • Sind Ressourcen vorhanden, die nicht mehr benötigt werden?

Microsoft stellt hierfür unter anderem mit Azure Advisor und dem Cost Optimization Workbook Werkzeuge und Empfehlungen zur Verfügung, mit denen sowohl die Nutzung als auch Möglichkeiten zur Rate Optimization betrachtet werden können. 

Praxis-Hinweis: Nicht der größte Rabatt entscheidet

Bei der Azure-Kostenoptimierung sollte nicht die Frage nach dem größten Rabatt im Mittelpunkt stehen. Die wichtigere Frage lautet:

„Welche Ressourcen benötigen wir langfristig wirklich und welches Kostenmodell passt zu deren tatsächlichem Verbrauch?“

Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lässt sich fundiert entscheiden, welcher Anteil über Azure Hybrid Benefit, Reservations oder Savings Plans optimiert werden kann.

Gerade bei größeren Azure-Umgebungen können dafür die vorhandenen Verbrauchs- und Abrechnungsdaten analysiert werden. Sie zeigen, welche Ressourcen kontinuierlich genutzt werden, wie stabil der Verbrauch ist und wo potenzielle Optimierungsmöglichkeiten bestehen.

Wie viel Einsparpotenzial steckt in Ihrer Azure-Umgebung?

Reservations, Savings Plans und Azure Hybrid Benefit sind wirkungsvolle Instrumente zur Senkung der Azure-Kosten. Ihr volles Potenzial entfalten sie jedoch erst als Bestandteil einer durchgängigen Kostenoptimierungsstrategie.

Syscovery unterstützt Sie dabei, Ihre vorhandenen Azure-Verbrauchsdaten zu analysieren, unnötige Kosten zu identifizieren und zu bewerten, welche Kombination aus technischer Optimierung, Azure Hybrid Benefit, Reservations und Savings Plans für Ihre Umgebung sinnvoll ist.

So wird aus einem theoretisch möglichen Rabatt eine nachhaltige und messbare Reduzierung Ihrer Azure-Kosten.

Azure-Einsparpotenzial gemeinsam analysieren

Sprechen Sie mit uns über Ihre Azure-Umgebung und erfahren Sie, welche konkreten Optimierungsmöglichkeiten sich aus Ihren vorhandenen Verbrauchsdaten ableiten lassen.